Montag, 19. Mai 2014

Stampin' Up! Grand Vacation 2014: 5. Teil - Jamaika

Auf den ersten Landgang folgte sogleich der zweite, diesmal in Jamaika, einer Insel, die es bis dahin auf meiner persönlichen Landkarte noch nicht gab. Da wir aber erst so gegen 10 Uhr anlegen sollten, verlief der Morgen erstmal gemütlich und begann mit einem kleinen Spaziergang auf dem noch fast leeren Schiff.


In diesem Park ist - wohl einzigartig auf einem Kreuzfahrtschiff - alles Grüne echt! Man kann sogar Führungen mit dem Gärtner buchen, um Details über die Pflanzen zu erfahren. Und weil die Flora so schön ist, hat sich doch tatsächlich auch Fauna in Form von Vögeln angesiedelt, die die Allure of the Seas als ihren natürlichen Lebensraum betrachten. Ziemlich crazy, nicht?!


Ganz anders die Aussicht oben auf Deck 16:


Hier ein Blick ins sogannannte Solarium, in welchem man nicht nur sonnenbaden, sondern auch herrlich frühstücken oder lunchen konnte.


Einige der Pools sind tatsächlich rund um die Uhr geöffnet. Da besteht wohl wirklich die Chance, dass man mal einen freien Platz in einem nicht von Teenies belagerten Whirlpool bekommt :-) Ausprobiert habe ich es allerdings nicht.
 

Bei der Einfahrt in den Hafen von Falmouth plötzlich dies:
 

Hoffentlich hat der Kapitän die Lage im Griff!


Uff, alles gut gegangen! Schon steht die Allure sicher vertäut an diesem erst 2011 mit finanzieller Unterstützung der Reederei erbauten Pier. Ob dieser neue Hafen der Gegend den erhofften wirtschaftlichen Aufschwung bringe, wisse man noch nicht, habe ich im Vorfeld der Reise bei Wikipedia gelesen. Zwar würden jährlich Tausende von Kreuzfahrtpassagieren hier anlegen - die wenigsten gingen jedoch auch tatsächlich von Bord. Ziemlich unglaublich, finde ich! So erstaunt es aber nicht, dass es beim auschecken auf Deck 3 wirklich kaum eine Schlange gab.


Ohne den Aufbau in der Mitte könnte man meinen, bei der Allure handle es sich um einen Häuserblock hinter den kleinen Läden im Vordergrund! Für diese hat sich die Hafenanlage im Übrigen ganz bestimmt gelohnt: Die typischen karibischen Juwelierläden reihen sich alle aneinander und bieten ihre glitzernde Ware an. Besonders lustig auch der Wegweiser vorne rechts, der in beiden Richtungen genau gleich beschildert war. Noch gut, hat sich von den Landgängern keiner unvermittelt umgedreht ;-)

Schnell hatte ich den Ausgangspunkt für meinen Ausflug "Falmouth and Montego Bay at Leisure" gefunden und mich in die Reihe gestellt. Wie sich später herausstellte, gab es für diesen Ausflug mindestens 19 (!) Busse. Kein Wunder, dass ich in meinem Bus keine der übrigen deutschsprachigen Reiseteilnehmerinnen traf. Unsere Reiseführerin Dionne unterhielt uns lautstark von der ersten Minute bis zum ca. eine Stunde entfernten Montego Bay. Erster "Halt" war die Kirche in Falmouth, bei der allerdings keiner der übrigen Ausflugsteilnehmer aussteigen wollte, so dass es nur ein Foto durch die Scheibe gab.


Auf dem Weg haben wir Einiges über Land und Leute erfahren und vor allem jede Menge schicker Villen passiert, von denen mir erst nicht klar war, dass es sich dabei um Touristenresidenzen handelte, die man für einen Urlaub mieten könnte. Obwohl es Jamaika wesentlich besser geht als Haiti, wohnen die Menschen auch da nicht dermassen luxuriös...
 

Das erste Mal richtig Halt machten wir hier im Pier 1 in Montego Bay, einer netten Kneipe direkt am Wasser, wo wir nebst Tee und Kaffee diesen superleckeren Banana Cake gereicht bekamen, von dem ich gerne was mitgenommen hätte. Doch leider wurde mir überal nur Rum Cake angeboten und den Rum nahm ich dann doch lieber in flüssiger Form mit ;-)
 

So der Blick vom Parkplatz auf dieselbe Location. Die Wolken sahen echt bedrohlich aus, doch glücklicherweise wurden sie vom Wind von uns weg geweht, so dass es den ganzen Tag über trocken und sonnig blieb.


Anschliessend wurden wir in Montego Bay auf dem sogenannten "Hip Strip" ausgesetzt und hatten zwei Stunden zur freien Verfügung. Hip Strip deshalb, weil man angeblich dort unwillkürlich einen typisch wippenden Gang annimmt. Allerdings ist mir während meines ganzen Aufenthalts keine Musik zu Ohren gekommen, so dass die Auswirkungen auf mein Schreiten ausgeblieben sind.


Palme mit Kabelsalat - immer wieder interessant, dass sowas tatsächlich funktioniert! Und ein klitzekleiner Blick auf die herrlich farbigen Blüten, die den Wegrand säumten - so schön!



Nachdem ich den Strip zweimal abgelaufen war und das gefühlt tausendste Angebot für ein Taxi, den Kauf einer jamaikanischen Flagge oder sonstiger Souvenirs abgewiesen hatte, beschloss ich, Andrea und ihrem Mann Patrick, die in einem der andern 18 Busse unterwegs waren, an den Strand zu folgen.
 

Die beiden hatten es sich schon mit unseren neuen Stampin' Up! Strandtüchern gemütlich gemacht und waren auf dem Weg ins Wasser, als ich zu ihnen stiess.

 

In selbigem verbrachten wir eine gute Dreiviertelstunde - wirklich nett, dass wir uns getroffen haben, ich glaube, alleine hätte ich mein Gepäck nicht (so lange) allein am Strand liegen zu lassen getraut.

Auch hier befand sich ein Flughafen in Strandnähe und die Jets donnerten regelmässig nahe an uns vorbei.


Wieder zurück auf dem Schiff hiess es schnell duschen, denn schon bald darauf war wieder Abendessen angesagt. Anschliessend gab es in der Royal Promenade eine 70er-Jahre-Show mit dieser tollen Beleuchtung.


Wieso wir uns danach die Zeit vertreiben mussten, ist mir nicht mehr ganz klar, aber jedenfalls kamen wir auf die Idee, in grosser und vor allem lustiger Gruppe Minigolf auf dem bereits bildlich dokumentierten Platz zu spielen, woraus ich zu meiner eigenen Überraschung als unangefochtene Siegerin hervorging. Hätte mir vor fünfeinhalb Jahren jemand gesagt, dass sich meine unglücklichen, teuren Ausflüge in den Golfsport irgendeinmal auszahlen würden - ich hätte glatt nicht damit aufgehört ;-)

Der Abend endete für mich nach einem Besuch im Dazzles (auch 70er-Jahre-Musik) und in der Karaokebar, wo sie zum Glück Nenas 99 Luftballons nicht auf Deutsch vorrätig hatten, mit einem kleinen Schreck beim Öffnen meiner Kabinentür:


Der Kerl hing an der Deckenlampe, was mich ein wenig belustigte, denn seht Ihr den kleinen runden Aufkleber rechts des Kleiderbügels? Dabei handelt es sich um das von mir erstmals gesichtete Verbot, einen - ja! - Kleiderbügel am daneben liegenden Sprinkler zu befestigen. Bis zu diesem Moment war mir nicht klar, wieso jemand überhaupt auf die Idee kommen könnte...



Aber eigentlich war es ja gut, dass die Fledermaus an der Decke hing. Wer weiss, vielleicht hätte sie sich sonst über die Leckereien hergemacht, die Stampin' Up! in unser viertes Pillow Gift gepackt hatte? Pretzels (auf der Stelle verputzt), rote Schnüre und eine noch in sicherer Verwahrung befindliche Karmell-Schoki befanden sich in diesem äusserst hübschen und auch vom Material her sehr ansprechenden Tischmülleimer, den ich noch dazu in der mir liebsten Farbe erhalten hatte. Nur schade, dass es diese Schätzchen bloss in den USA zu bestellen gibt. Zwei davon würden sich doch sicher besser machen auf dem Workshoptisch. Aber nein, ich starte keinen Import, ganz bestimmt nicht, nein!

Morgen erzähle ich Euch von unserem zweiten Seetag, da gibt's auch endlich wieder was Gebasteltes zu sehen. Bis dahin wünsche ich Euch einen guten Start in die Woche und überhaupt nur das Beste.