Sonntag, 18. Mai 2014

Stampin' Up! Grand Vacation 2014: 4. Teil - Haiti

Am folgenden Tag warf ich nach dem Aufwachen meinen ersten Blick auf Haiti. Da die Allure of the Seas bei diesem Stopp auf einer von der Reederei Royal Caribbean für 99 Jahre gepachteten, hermetisch abgeriegelten Halbinsel festmachte, erwartete ich von diesem ersten Landgang nicht allzuviel. Allerdings scheinen die amerikanischen Kreuzfahrtgäste geradezu wild nach solchen Badeinseln zu sein - einen ähnlichen Halt haben Andrea und ich nämlich bereits vor vier Jahren auf einer Privatinsel der Bahamas gemacht, die einer anderen Reederei gehört.


Immerhin bot sich hier erstmalig die Gelegenheit, die Allure in ihrem ganzen riesigen Ausmass zu bestaunen und bildlich festzuhalten. Wenn Ihr Euch die kleinen Menschen auf dem Steg anschaut, bekommt Ihr ein wenig eine Ahnung davon, wie unglaublich gross dieses Schiff wirklich ist.


Den Steg entlang gelaufen trafen wir zunächst auf dieses Tor. "Welcome" und "No exit" passen irgendwie nicht so ganz zusammen, aber darüber galt es sich vorerst ohnehin keinen Kopf zu zerbrechen, ging es doch gleich weiter auf ein anderes, wesentlich kleineres Schiff.


Mit diesem Motorkatamaran bot sich die Möglichkeit, die von uns nicht begehbaren Teile der Umgebung wenigstens vom Meer aus zu betrachten...


...und vom Reiseführer einen kleinen Einblick ins Leben in Haiti zu erhalten. Bereits auf dem ersten Bild oben könnt Ihr ganz klein einige Boote erkennen, von diesen es im Gewässer vor Labadee geradezu wimmelte. Zudem waren mir bereits nach wenigen Minuten Fahrt auf dem Katamaran die zahlreichen PET-Flaschen aufgefallen, die an der Wasseroberfläche schwammen. Schon fing ich an, mir Gedanken über die Meeresverschmutzung zu machen. Doch weit gefehlt! Bei den Booten handelt es sich um Fischerboote und die PET-Flaschen dienen den Fischern als Markierung ihrer Reusen, wie uns der Guide hier gerade erklärt:


Die Reusen werden selber geflochten und sind in Wirklichkeit so gross wie unser Boot (also der Katamaran, nicht die Allure ;-)), hier handelt es sich nur um ein Anschauungsobjekt.


Die malerischen Fischerboote (okay, bestimmt ist es eine harte Arbeit, diese voranzubewegen und nur ich fand die halt optisch einfach wunderschön...) hatten es mir angetan und auf meiner Kamera finden sich unzählige solcher Bilder, wovon Ihr jetzt hier nur zwei zu sehen bekommt. Der schlafende Kollege da oben ist mir übrigens erst beim Betrachten des Bildes auf dem Monitor der Kamera aufgefallen.


Eigentlich sollten wir in einer Bucht ein altes Gebäude auf einem Pass erspähen können, doch aufgrund der Witterungsverhältnisse konnten wir nur die Umrisse erkennen. Wie auch immer, die farblichen Abstufungen der Hügel sind ja auch ganz schön!


Auch solche netten Strände gab es zu sehen, inklusive zweier Villen, von denen ich mich frage, wie sie an dieser Stelle überhaupt errichtet und aufrecht erhalten werden konnten, wenn man ja offenbar schon die Royal Caribbean Halbinsel dermassen abriegeln und bewachen muss...


Auf dem Weg zurück passierten wir zunächst die Allure, was Gelegenheit für ein Bild von hinten bot. Hinter den Segeln befindet scih das Aqua Theater, darunter die Speisesääle des Adagio Restaurants. Und eigentlich müsste man hier links seitlich auch fast meine Kabine sehen.


Hinter dem Schiff gab uns unser Reiseführer einen ganz kleinen Einblick ins Leben der Haitianer vor Ort. Während die erste Reihe der Häuser noch farbenfroh angemalt ist, zeigte sich das Bild dahinter eher düster und grau. Bei einer Arbeitslosigkeit von 72% ernähre jeder Arbeitstätige 7-8 Menschen und wer ein Fahrrad besitze, sei bereits ein Held, an Motorräder oder Autos sei hier nicht zu denken. Ein seltsames Gefühl, wenn man im Hintergrund den Lärm der Jetskis hört...

  
Hier seht Ihr rechts neben dem Mast eine Freiluftdusche in Gebrauch.


Wieder an Land ging es ans Erkunden der Halbinsel, auf die uns nun entgegen dem morgendlichen Schild doch Zutritt gewährt wurde ;-) Hier seht Ihr sie mal im Überblick:


Nach Verzehr eines überaus leckeren Hamburgers (alle Nahrungsmittel wurden von der Allure an Land gebracht) hiess es, den Strand geniessen, der sich aber leider als ziemlich steinig entpuppte.


Da mir das alles ziemlich unwirlich vorkam, musste ich auf dem Weg zurück zum Schiff noch das Nummernschild des einzigen sichtbaren Autos fotografieren, quasi als Beweis, dass wir tatsächlich auf Haiti - und nicht etwa in Taka-Tuka-Land - gewesen sind.


Um den seltsam behüteten Besuch auf dieser pseudo-idyllischen Halbinsel nicht einfach so stehen zu lassen, hatte sich Stampin' Up! entschlossen, am Hilfsprojekt Mission of Hope teilzunehmen. Wir Demos konnten uns hierbei auf zwei Arten beteiligen. Zum einen wurden wir aufgefordert, Hilfsgüter (wir hatten dafür eine Liste benötigter Produkte erhalten) mitzubringen, zum andern fand am nächsten Seetag ein sogenannter Walk-a-Thon statt, mehr davon dann im Rahmen des entsprechenden Blogbeitrags. Jedenfalls hatte ich beschlossen, meinen auf dem Hinflug noch leeren Zweitkoffer, den ich zum Rücktransport aller Geschenke vorgesehen hatte, mit den gewünschten Produkten für das Hilfsprojekt zu befüllen. Das sah dann vor meiner Abreise daheim so aus:
 

Je siebenmal hatte ich Zahncreme und Zahnbürsten, Duschgel, Shampoo und Deo sowie vier Schulhefte, Bleistifte, Farbstifte, einen Spitzer, einen Radiergummi sowie einen Notizblock eingekauft, die ich je einzeln in diesen farbigen Taschen verpackte, die bei uns von Jugendlichen gerne als Rucksäcke verwendet werden. Ich hoffe, es haben sich einige wenige haitianische Schulkinder gefreut! 


Beim Abschied von der Insel bot sich aus meiner Kabine folgendes schön beleuchtetes Bild.


Die Ruhe trügt allerdings ein wenig - wieder an Bord war nämlich eine gewisse Hektik angesagt, da Stampin' Up! für uns Plätze im Musical Chicago gebucht hatte, das bereits um 19 Uhr begann, was mit Blick auf die abendliche Verpflegungsmöglichkeit nicht ganz unproblematisch war. Der frühe Besuch des normalen Abendessens im Adagio Restaurant mit einem Verzicht auf den Nachtisch lohnte sich jedoch, mir hat die Show gefallen, obgleich es furchtbar kalt war und ich nicht sicher bin, ob die gekürzte Version für alle verständlich war, die das Original oder den Film nicht kannten.

Nach der Show bot sich von Deck 16 der Allure folgendes Bild:


Auch wenn der Blick in den Central Park unglaublicherweise irgendwann normal wurde - eigentlich ist er es nicht :-)

Über das dritte Pillow Gift haben sich glaub ich vor allem die mitreisenden Männer gefreut:

Eine Gutschrift von 50 Dollar auf unser Bordkonto. Natürlich konnte auch ich selbige gut gebrauchen, mein Internet-Abo für die ganze Woche war nicht gerade günstig gewesen, aber so was hübsches, personalisiertes von Stampin' Up! erfreut das Stemplerinnenherz halt schon noch ein wenig mehr.

Morgen geht's weiter mit meinen Eindrücken von Jamaika. Ich hoffe, Ihr habt die ausführliche Berichterstattung noch nicht satt... Bald kommen auch die Swaps - dann gibt's wenigstens wieder was Gebasteltes zu sehen :-) Für's Erste aber wünsche ich Euch einen schönen Sonntag! 

2 Kommentare:

dolcilicioussteffi hat gesagt…

Liebe Annemarie,
ich finde deine Berichterstattung super! :-) Jeden Tag gucke ich zu Marion und ein einziges Mal war etwas von der Grand Vacation zu lesen. Nach der täglichen Enttäuschung klicke ich dann einfach weiter zu dir ;-) .
Hört sich nach einer sehr ereignisreichen Woche an!
Liebe Grüße aus München
Steffi

crissybaer hat gesagt…

Liebe Annemarie,
danke dass du uns so ausführlich an deinen Erlebnissen teilnehmen lässst. Ich geniesse das sehr. vor allem auch die vielen Fotos.
KAnn mir ein Schiff solcher Größe kaum vorstellen...
Ganz lieben DAnk
Christiane