Sonntag, 4. September 2011

NY und die Ostküste Kanadas und der USA

Ihr Lieben, wie angekündigt gibt’s heute nichts Gebasteltes (dazu nur soviel: Sammelbestellung, heute, 22 Uhr), sondern einen kleinen Einblick in unseren Sommerurlaub, der leider schon vor drei Wochen zu Ende gegangen ist. Damit der Blog nicht überquellt, habe ich mich entschlossen, mich auf ein Foto pro Tag zu beschränken. Ich bin sicher, es wird trotzdem lang.

Angereist nach Frankfurt waren wir schon am Vorabend von Tag 1, um endlich mal ohne Hektik in den Urlaub aufzubrechen. Da wir an einem Sonntag flogen, hat das auch gut geklappt, der ganze Samstag stand zur Vorbereitung zur Verfügung. Friseur, Einpacken und sogar gebastelt wurde noch. Nach dem Einchecken haben wir uns endlich mal ausgiebig die Läden angesehen und gemütlich gegessen. Nur aus dem Schlaf wurde leider wenig, dafür war das Hotelbett irgendwie nicht gemacht. Macht nichts, wir konnten ja noch knappe acht Stunden ausruhen unterwegs…
 
Tag 1

Tatsächlich gestaltete sich der Flug im neuen A380 richtig angenehm, obwohl die Maschine komplett ausgebucht war. Nach erfolgreicher Abarbeitung der mehr als ellenlangen Schlange bei der Immigration erwartete uns draussen temperaturtechnisch ein ziemliches Kontrastprogramm zum europäischen regnerischen Nichtsommer. Kurz frisch machen im Hotel mit Blick auf den Times Square, dann ging’s los zu einem ersten Stadtbummel Richtung Hudson River, der verhältnismässig in der Nähe lag. Vom Weg zurück stammt dieses Foto, das im realen Leben für einen neuen Gebäudekomplex wirbt. Ist es nicht eine tolle Idee, die Form Manhattans durch seine Stadtteilnamen abzubilden?

 
Tag 2

Der erste ganze Tag in „the city that doesn’t sleep” begann genau damit: Wir waren in aller Frühe schon wach. Und profitierten ungeplant davon, dass der Apple Store in der 5th Avenue 24 Stunden geöffnet ist. So leer wie morgens vor sieben haben wir ihn nie wieder gesehen… Ansonsten wurde Power-Shopping betrieben, unter anderem im Jersey Garden Outlet Center bei Newark, das allerdings leider nicht zu empfehlen ist. Ein paar schöne Schnäppchen haben wir trotzdem gemacht. Mittags gab’s bei Gallagher’s im Schaufenster gereiftes Rindersteak und am Abend ging’s dann auch noch zu Ground Zero, für uns beide eine Première, obgleich 09/11 nun auch schon zehn Jahre her ist.


Tag 3

Dem Versuch in SoHo zu frühstücken (keine gute Idee) folgte ein Spaziergang durch Little Italy und Chinatown, wo wir interessiert und ausgiebig die exotischen Auslagen betrachteten. Eine besondere Atmosphäre herrschte in diesem chinesischen Supermarkt, wo wir definitiv die einzigen „Caucasians“ waren. 


Abends besuchten wir das Musical „Anything Goes“, dessen Erstaufführung in den 30er Jahren stattfand und das uns bei mitreissender Musik perfekt auf unsere zweite Urlaubswoche einstimmte. Wir waren begeistert. Andrea nicht zuletzt, weil sie Joel Grey, den Conferencier aus „Cabaret“, in einer der männlichen Hauptrollen live zu sehen bekam.

Tag 4

Nach einer Stunde bei Barnes & Noble Bücher gucken hiess es am Mittwoch auf zum Battery Park und mit der Fähre nach Staten Island übersetzen. Ein Besuch bei der Cousine meiner Mutter stand an. Da sie bei meinem ersten New York Aufenthalt gerade selber im Ausland weilte, war auch dieser Besuch ein längst fälliges erstes Mal für mich. Das Bild ist ein Klassiker: Die Aussicht von der Staten Island Ferry. Die beste Möglichkeit, sich kostenlos die berühmte Skyline und die Freiheitsstatue von der Nähe anzuschauen, obgleich etwas überbevölkert richtig schön.


Tag 5

Tag 5 begann mit dem Besuch einer interessanten Fotoausstellung von und über Joel Grey (siehe Tag 3) im New York City Museum, gefolgt von einem langen Spaziergang der 5th Avenue und dem Central Park entlang. Dabei passierten wir das Guggenheim Museum, das mich von aussen jedes Mal fasziniert.


Tag 6

An unserem letzten Tag im Big Apple haben wir mittags im Peking House eine gleichnamige Ente verspeist und dem – zumindest von uns zu selbigem ernannten – Chef des Hauses beim geübten filettieren unzähliger Artgenossen zugeschaut. Irgendwie sieht so eine Ente doch immer ein wenig aus wie verkohlt, glasiert und mit dem LKW drüber gefahren. Aber lecker war sie schon. Gut gesättigt haben wir uns zu einem Verdauungsspaziergang durch die Lower East Side aufgemacht, der uns gegen Ende auch am berühmten und unglaublich überbevölkerten Deli aus „When Harry Met Sally“ vorbei führte. Das muss eine Goldgrube sein! Angesichts der Umstände – Ticket ziehen beim Eingang, Schlange stehen an der Theke, keine Sitzplätze – haben wir unser Erfischungsgetränk dann aber next door eingenommen. In wirklich grosser Hitze ging’s weiter Richtung Washington Square und Greenwich Village bis zur Christopher Street. Eine schöne Ecke und ein langer Weg. Umso glücklicher hat uns die U-Bahn gemacht, als sie uns schliesslich gegen Norden mitgenommen hat:

Tag 7

Noch ein letztes Frühstück in unserem Lieblingsdeli (Majestic Delicatessen, total nette, aufmerksame Bedienung und leckeres Essen), eine Hose aus der Reinigung abholen, die Koffer packen und dann versuchen, ein Taxi zum Brooklyn Cruise Terminal zu ergattern, das war unser samstägliches Morgenprogramm. Ausser dem Taxi hat alles geklappt. Taxichauffeur Nr. 1 weigerte sich nämlich, die Adresse kennen lernen zu wollen und hiess uns wieder aussteigen, nachdem wir unsere sechs Gepäckstücke endlich in den Kofferraum eingebaut und selbst Platz genommen hatten. Dafür war Nr. 2 dann kompetent, nett und fair. Schon auf der Fahrt sahen wir quer über den East River unser Zuhause für die nächste Woche: Caribbean Princess, das soweit wir uns erinnern können grösste Kreuzfahrtschiff, auf dem wir je unterwegs gewesen sind. Das Einschiffen erfolgte (wie immer in den USA und wie nie in Europa) problemlos und schnell. Weniger erfolgreich gestaltete sich das Auslaufen um fünf, da ein Passagier leider unmittelbar nach dem Boarding verstorben war, was aufgrund der Formalitäten eine Verzögerung von gut drei Stunden mit sich zog. So blieben wir länger im Hafen, die Läden entsprechend länger geschlossen, das Casino ebenfalls und da entstand das folgende Bild:


Tag 8

Ich liebe es, wenn eine Schiffsreise gleich mit einem Tag auf See beginnt. Es gibt nichts Schöneres, als das Schiff zu erkunden und erst mal runterzukommen von wo auch immer man vorher eeben war. Ein erstes Mal ins Fitnesscenter, die Restaurants auschecken. So Sachen halt. Diesmal gab’s ja sogar Scrapbooking, aber darüber hab ich ja schon an früherer Stelle nicht den Mantel des Schweigens gehüllt, der dieser Veranstaltung eigentlich angemessen gewesen wäre. Hier ein Blick auf das Promenadendeck. Irgendwie waren wir zu dem Zeitpunkt inmitten von ca. 3'498 Mitpassagieren so gut wie alleine da:


Tag 9

Unser erster Stopp in Halifax. Gleichzeitig das erste Mal in Kanada überhaupt. Und die erstaunte Feststellung, dass diese Stadt eher aussieht wie man sich ein Dorf an einem norwegischen Fjord vorstellt und nicht die Hauptstadt einer ganzen kanadischen Provinz. Leider war das Wetter eher grau, aber noch (!) regnete es nicht. Wir besuchten zuerst das Maritime Museum und anschliessend einen riesigen Bastelladen in der Stadt. Dort gegenüber entstand auch das folgende Bild: 

 
Als Stampin’ Up! Demo kann man da nicht vorbei, ohne ein Bild zu machen. Obwohl es natürlich trotz provinziellem Provinzhauptort schon noch richtige Sehenswürdigkeiten abzulichten gab. Wir haben uns allerdings eher dem Bummeln hingegeben, leider etwas zu lange, denn auf dem Rückweg wurden wir so richtig verregnet. Nur knapp nicht bis auf die Haut. Bäh, das war mir schon lange nicht mehr passiert.

Tag 10

Unser nächster Halt war nochmals in Kanada: St. Johns, New Brunswick. Dort besuchten wir nebst dem obligaten Starbucks mit gratis WLAN (ein super Verkaufsargument) eine wunderschöne kanadische Markthalle und schlenderten durchs saubere Städtchen, auch abseits der üblichen Touristenwege. Unterwegs stiess ich auf das nachfolgende hübsche Motiv. Auf dem Schild steht: "Tow Away Zone. Illegally parked and unauthorized vehicles will be towed away at vehicle owner's expense 24 hrs. a day 7 days a week." Dieser „Oldtimer“ war wohl tatsächlich befugt :-) 


Tag 11

Eigentlich wär für diesen Tag ein Stopp im Lobster-Paradies Bar Harbor in Maine vorgesehen gewesen. Extra früh sind wir aufgestanden, um die seltsamerweise erneut notwendigen Formalitäten der US-(Wieder-)Immigration zu erledigen, doch leider wurde diesen Bemühungen vom Kapitän abrupt mit der Durchsage ein Ende gesetzt, bei diesen Windverhältnissen leider nicht ankern zu können. Tatsächlich sah man auch aus unmittelbarer Nähe praktisch nichts vom inmitten eines Nationalpark gelegenen Städtchen und so kamen wir unverhofft zu einem weiteren Tag auf See.


Tag 12

In Boston erwartete uns dann wieder wunderschönes Sommerwetter! Gemütlich schlenderten wir über den Beacon Hill und liessen uns in den hübschen Geschäften verzaubern, bevor es zu Fuss über eine Brücke Richtung Cambridge ging. Dort angekommen liessen wir uns den restlichen Weg nach Harvard chauffieren, um die heiligen Hallen wenigstens mal aus der Ferne gesehen zu haben. Die Zeit vor dem Ablegen verbrachten wir auf dem obersten Deck mit Blick auf die Stadt und den Flughafen, wo ich fasziniert gefühlt 100 Bilder von Flugzeugbäuchen aufgenommen hab. 


Tag 13

Morgendliche Einfahrt nach Newport an der Sonne, unglaublich verzögertes Übersetzen mit den Rettungsbooten an Land (nebst lustlosen Angestellten und überfüllten Speisesälen ein weiterer Grund, wieso Princess Cruises nicht zu unserer Stamm-Reederei wird), Spaziergang bei grosser Hitze in einer Kulisse wie aus dem Film. Dabei die Kirche besucht, in der Jacqueline Bouvier zu Jackie Kennedy wurde und endlich den Lobster gegessen, der seit Bar Harbor aufgeschoben, aber nicht aufgehoben war. Ein schöner Abschluss einer interessanten Route auf einem nicht ganz optimalen Schiff. Nachfolgend der Blick auf Newport, im Vordergrund eine Segelschule in perfekter Formation.


Tag 14

Frühmorgens passierten wir die Verzano Bridge, kamen noch mal ganz nah an Staten Island und der ungezählt oft fotografierten Statue of Liberty vorbei. Nichtsdestotrotz hat das iPhone auf dem Weg zum Flughafen das beste Foto des Tages geschossen: Leben und Sterben in NY.


Schön, wenn Ihr bis hier gelesen habt. Ich hoffe, es war ein bisschen unterhaltsam und freu mich natürlich über jeden Kommentar. Happy Sun(ny)day und bis zum nächsten Mal, wenn es bei First Hand Emotion wieder heisst: Annemarie stempelt und scrappt.

6 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hi,
Super tollen Bericht,vielen Dank für deine offen Worte,wir tragen uns ja auch mit dem Gedanken mal eine Seereise zu machen .
Du ( Ihr ) habt einen tollen Blog -werde jetzt öfters bei euch schauen.
Liebe grüße ilona

ina hat gesagt…

wundervolle bilder hast du mal wieder gemacht! danke für diesen bericht!

Kathrin hat gesagt…

Danke für den tollen Reisebericht und die Fotos.

Du hast es geschafft, dass ich schon wieder fernweh hab ;0)

lg Kathrin

twinklinstar hat gesagt…

Eure Bilder machen mich echt neidisch und wecken die Sehnsucht nach USA. Leider musste ich ja meine geplante Reise absagen :-( aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und darauf freue ich mich auch schon sehr! Alles Liebe und bis ganz bald - Andrea

Anonym hat gesagt…

Superschöner Reisebericht, da bekommt man richtig Lust drauf..
LG Julia

AresundSantai hat gesagt…

wein..... da ich wäre ich unendlich gerne dabei gewesen und weißt du was? Hätte es mir nicht nehmen lassen eine Sex and the City Tour zu starten.
Das Bild von Manhattan inclusive den Stadtteilnamen finde ich genial. Auf welche Ideen die Menschen kommen!!
Liebe Grüße Silvie